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Rettungsdienst in Kanada

Ich habe es mir ja nicht nehmen lassen, in Kanada einfach mal in Rettungswachen hinein zu spazieren und Hallo zu sagen. Wirklich eine interessante Erfahrung: Erst wird man ziemlich schief angeschaut. Doch wenn ich dann sagte, das ich Paramedic in Deutschland bin (ich weiß, dass entspricht nicht ganz den Tatsachen, doch ich war mir nicht sicher, ob EMT – Emergency Medical Technician – überall bekannt ist) und sofort schmolz das Eis. Sicher, dieser Eintrag kommt etwas verspätet. Doch nun zu den Orten, wo ich mir die Wachen anschauen durfte:

Toronto

Das Rettungssystem in Toronto ist losgelöst von dem in Ontario. Normalerweise ist die Provinz für die Rettung zuständig, doch in Toronto ist es etwas anders. Die Rettungswagen tragen eine dicke Aufschrift, ob sie für Notfall-, Transport- oder die kleineren Fälle vorgesehen ist. Auf den Transportwagen sitzen die Paramedics – logisch, hier gibt es ja keinen Notarzt. Die Notfallwagen werden von EMT-A oder EMT-Is gefahren, und die die kleinen Dinger eher von den Anfängern. Und dort sitzen zwei Anfänger auf einem Wagen. Ui! Die Wagen selber sind mit einem GPS-gestützten Navigationssystem mit Touchscreen und allen benötigten Informationen ausgestattet. Eine Sache ist aber ein ziemlicher Makel an Toronto: Die Paramedics müssen oft eine ganze Zeit warten, bis der Patient am Krankenhaus angenommen wird. Ich spreche von einer halben Stunde bis Stunde. Sicher, die dringenden Fälle erhalten Priorität. Doch das Rettungsmittel ist in der Zeit gebunden. Als ich dort war, fing gerade eine neue Schicht an. Die Kollegen sind allen ernstes mit einem weiteren RTW zum Klinikum gefahren, damit sie die Crews auf dem anderen Wagen tauschen können. Wahnsinn.

Winnipeg

In Winnipeg sind die Rettungswagen mit in den Feuerwachen untergebracht und das System ist der Provinz unterstellt. Leider hatten die Feuerwehrmänner dort kaum Zeit, weil ein Alarm einging und sie los mussten. Sie meinten, dass der Rettungswagen dort ständig unterwegs sei und es schwierig ist, ihn zu bekommen. Versuch war’s wert.

Banff

Die Rettungswache, welche ich in Banff besuchte, war überaus interessant. Es gab einen Helikopterlandeplatz direkt neben der Wache, welche sich in einem Krankenhaus befand. Zwei Rettungswagen sind dort stationiert. Der anwesende Paramedic hat mir den ziemlich dicken Ordner mit allen möglichen Algorithmen gezeigt. Da es durchaus sein kann, dass der Rettungswagen ziemlich weit raus fährt – es geht hier um Stunden – muss alles reibungslos funktionieren. Somit war der Rettungswagen auch für jeden erdenklichen Pups ausgerüstet und wird nur von hochqualifiziertem Personal gefahren. Muss schon ziemlich anders sein als die Stadt- und Landrettung in Deutschland, vor allem in einem Skigebiet mit viel, viel Schnee im Winter. Alarmierung übrigens ohne GPS, sondern mit Zettel und Stift.

Kelowna

In Kelowna sind die Standorte der Rettungswachen losgelöst von den Feuerwachen. Durch Zufall sah ich einen Rettungswagen in die Garage fahren und ich bin einfach mal hingegangen. Die werten Herren waren ziemlich kaputt und am Ende ihrer Schicht, trotzdem waren sie so nett, ein, zwei Fotos zuzulassen. Die waren echt gut drauf. Wir haben uns etwas unterhalten und festgestellt, das ein Rettungssystem auch ohne Notärzte funktionieren kann. Dazu tauschten wir noch ein paar Behandlungsmethoden und den Umgang mit Medikamenten aus. Die Notkompetenz wird hier zwar verstanden, aber man wird etwas ungläubig angeschaut. Auch hier Alarmierung mit Zettel und Stift. Das kuriose: Durch die vielen verfügbaren Sirenentypen (macht Spaß, dem zuzuhören – man merkt, dass es Rettungswagen eilig haben), den Funk, Suche der Straße und den Verkehr ist das Fahren der Rettungswagen in Kanada etwas schwieriger als in Deutschland.

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Vancouver

Die Rettungswache in Vancouver fand ich, indem ich einfach ein Team in einem Wagen fragte. Auch hier wieder dieses erstaunliche Symptom: Erst total unfreundlich und nach einer kurzen Vorstellung ziemlich nett. Durfte kurz in den Rettungswagen hüpfen. Und dann kam ein seltsamer Kerl an, nahm die Hand des Rettungsdienstlers und dankte herzlich für seine Rettung beim Herzinfarkt. War schon leicht seltsam, was dort passierte.

Später machte ich mich auf den Weg zur Wache. Sie ist sehr funktional eingerichtet und hat leider seine Probleme. Da sie direkt in der Stadtmitte liegt, gibt es viele Drogenabhängige, welche sich hinter der Wache nachts häuslich einrichten. Es gibt leider kein Gitter oder eine Absperrung, und so werden die Autos der Retter immer wieder aufgebrochen. Hier gilt ebenso: Zettel und Stift, unterschiedliche Einstufung der Rettungswagen und unterschiedliche Ausstattungen. Und was gerade für die Kollegen der Wache Ost eine Anekdote ist: Der Hallenboden bricht langsam auf. Die Wagen sind zu schwer. Ich musste etwas schmunzeln, als ich das hörte.

Alles in allem schon wirklich interessant, den Rettungsdienst in Kanada mal zu sehen.

Das einzig seltsame: Die Rettungswagen sind nicht wirklich groß. Also, ich kann hinten nicht stehen! Und der Paramedic aus Kelowna auch nicht.

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Banff – Revelstoke

Wie ich schon erzählt hatte, bin ich ein paar Tage in Banff geblieben. Doch alsbald ging es dann wieder Richtung Vancover, wieder eine Drei-Tages-Reise. Unser Tour-Guide war unprofessionell-unfreundlich, nicht das das was neues wäre bei Moose Tours (die haben mich zu den Niagara-Fällen, nach New York und schließlich hier herum gefahren), er war aber auch noch schweigsam. Ich werde die Tour in zwei Einträgen posten.

06.10.2008

Wir sind – erstaunlicherweise – zu den Takakkaw Falls hinauf gefahren. Erstaunlich deshalb, weil ich auf der Hinfahrt schon einmal hier war. Ein Blick in die Broschüre verriet mir, dass auf der Hinfahrt diese Station gar nicht angefahren werden sollte. Wieder einmal wird mein Vertrauen in Moose Tours drastisch erhöht. Der Tour-Guide meinte nebenbei beim Aufwärts-Weg, dass unten Road Closed stand. Mal sehen, wie hoch wir kommen. Oben angekommen, gingen wir zum Wasserfall und wieder zurück, da stand auch schon ein Ranger hinter uns und bat uns hinunter. Er fuhr hinterher und schloß hinter uns ab. Letztes Mal in diesem Jahr!

Später sind wir zu einem Wolf-Resort gefahren. Hier werden Wölfe gehalten, welche alleine nicht überlebt hätten. Es wurden viele interessante Fakten erzählt und am Ende haben wir die Wölfe durch unser Geheule zum heulen gebracht!
Die Bäume im Wolf Resort.

Wir durchfuhren auch wieder den Rogers Pass und hielten am exakt gleichen Stopp wie auf dem Hinweg. Es sei erwähnt, dass das Wetter hier innerhalb von Minuten von strahlendem Sonnenschein zu starkem Regen wechseln kann. Und zurück.
Ein Berg am Rogers Pass.

Zum Schluß machten wir dann noch einen viel zu kurzen Stopp in Kanadas Regenwald. Die Bäume hier sind teilweise 500 Jahre alt und haben Stämme, mein lieber Scholli. Ein ziemlich gemeiner Nachteil schwächt die Bäume: Es sind Flachwurzler. Mit einer Durchschnittshöhe von 60 Metern und etwas Hurrikan-artigem Sturm kann das schon schlecht aussehen für die Bäume.

Abends hielten wir in Revelstoke (auf dem Hinweg auch ein Stopp) und übernachteten in einer Holzhütte nahe eines Dammes. Diese Holzhütten sind immer wärmer als man denkt. Interessant auch der Hinweis unseres Guides, bloß nicht mit den Leuten an der Rezeption zu reden. Sie seien dumm wie Brot. Mhja.

Ein paar Tage in Banff

Banff selber ist ein Touristenörtchen seinesgleichen. Hauptsächlich auf die Skisaison ausgelegt (die immerhin von Anfang November bis Mai geht), kann man hier im Sommer auch viel Wandern, Campen und Zelten. Ein Foto der Banff Ave in Banff (gibt es in Bremen eine Bremer Heerstraße?):
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Um mal ein Beispiel zu nennen, wie viel Geld man hier ausgeben kann:

  • 75$ für einen Ski-Daypass
  • 15$ für den Shuttlebus
  • 130$ (ca.) für Skistunden
  • 40$ (ca.) für Equipment

macht ca. 260$ ohne Verpflegung und Unterkunft.

Pro Tag.

Ich glaube, ich lerne doch lieber nur tauchen.

Man kann zwar Geld sparen, indem man sich das Equipment selber kauft und sich ein Saison-Pass holt, aber so ernst ist es mir dann doch nicht. Ui, ist das teuer.

Nichtsdestotrotz ist Banff eine schöne Stadt, Teile der Stadt sind UNESCO Welterbe. In der nahen Umgebung kann man viel wandern, was wir auch gemacht haben. Wir sind den Sulphur Mountain aufgestiegen, haben die veranschlagten 4 Stunden mit einer Stunde 45 Minuten locker geschlagen. An der Spitze war denn nicht nur die Aussicht atemberaubend… hinunter ging es mit der Gondel. In 10 Minuten. Doch wir hatten Glück: Wir waren so spät dran, dass das Büro schon geschlossen hatte und wir konnten kostenlos hinunter fahren. Das war mal ein gelungener Abschluss!

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Jasper – Banff

Am nächsten morgen ging es zu den Athabasca Falls.
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Leider sind die Seen allesamt ziemlich kalt, baden geht nicht. Aber klar sind sie. Und die Aussicht ist meist atemberaubend.
pan-Peyto Lake

Wir waren zwischendrin auch wieder ein wenig wandern. Diesmal auf einem matschigen Pfad. Und man sollte lieber auf ihm bleiben, gab es doch ein Schild am Eingang, welches vor unexplodierten Sprengköpfen warnte. Yay!

Zum Schluß ging es zum Lake Moraine. Dieser See war lange Zeit auf der 20$ – Note abgebildet. Wir haben auf dem See gepaddelt. Eiskaltes Wasser!
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Abends, bevor es ins Hostel ging, fuhren wir den Tunnel Mountain nahe Banff hinauf. Gegenüber kann man den Berg sehen, den ich am Tag darauf erklommen habe.

pan-Tunnel Mtn

Banff – Jasper

Erstaunlich. Der letzte Eintrag ist doch kürzer geworden als gedacht. Gefühlt bin ich schon zwei Wochen in den Rockies unterwegs.

Nun denn, von Banff aus machten wir uns auf Richtung Jasper. Das tolle ist, das die Route den Icefields Parkway hinauf und hinunter führte. Ich wollte diese Route eh besuchen, mein Reiseführer hat mir jene auch vorgeschlagen. So hatte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Route besuchen und ein paar Leute um mich herum zu haben, da ich ja mit den Moose Tours unterwegs war und wir ein paar Leute in einem Bus waren. Coole Truppe.

Heute haben wir uns zwei Canyons angeschaut. Muss man sich mal vorstellen: Diese Canyons sind tausende von Jahren alt und das Wasser hat mit der Hilfe von Sand seinen Weg durch die Steine geschliffen. Wir hielten an einem Gletscher!

pan-Columbia Icefield Glacier

Abends ging es in ein Hostel nahe den Athabasca Falls. Ziemlich interessante Erfahrung, dass. Holzhütten, keine Duschen, weit draußen.
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Vancouver – Sushwap Lake – Banff

Der Abschnitt dauerte eigentlich zwei Tage. Von Vancouver in die Rockies sind es ein paar Stunden, aber danach ist alles nah beieinander – kanadisch gesprochen.

Wir sind eine Weile gefahren, auf dem Transcanadian Highway, um genau zu sein. Es gab ein paar kurze Wanderungen und wir haben uns Wasserfälle im Wald angeschaut. Später hielten wir an einem Hotel, welches fast den Eindruck machte, als ob es in Texas gebaut würde – vor allem, weil das umgebende Weideland gelblich war.

Und dann kam unser erster Halt in einem Touristenörtchen, wo ich ein typisch kanadisches Bild geschossen habe:

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Übrigens hatte ich keinen Tag, wo ich nicht mindestens ein deutsches Pärchen gesehen oder gesprochen habe. Sie sind überall!

Gegen abend sind wir dann durch den Ort Hope gefahren und haben dort gegessen. So hoffnungsvoll hat mich dieser Ort aber nicht werden lassen…

Wir fuhren weiter Richtung Hostel. Auf der Route überholte uns immer wieder ein silberner Pickup. Hielt an, überholte wieder. War schon ein wenig seltsam. Aber mitten in der Nacht kamen wir dann am Hostel an, welches eigentlich ein Motel war. Das interessante: Kein Licht an, nichts. Unser Tourguide ist dann hinein gegangen und der Besitzer stand alsbald zur Verfügung, als dass wir dann einchecken konnten.

Am nächsten Tag ging es dann richtig in die Rockies. Wir haben uns schöne Seen angesehen, Berge, Berge, Bäume, noch mehr Bäume.
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Abends machten wir dann Halt in Banff, einem kleinen Skiörtchen, in welchem die Sommersaison gerade endete. Wir trafen uns abends in der Bar und tranken ein wenig. Einer unserer Mitreisenden wurde vermisst und gesucht. Es stellte sich später heraus, dass sie nur Wäsche wusch (nachts um 2) und mit ihrem Laptop beim Trockner saß. Doch sie tauchte nichtsahnend mit sauberer Wäsche wieder auf und alle konnten den verdienten Schlaf suchen.