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Jetzt ganz doll neu!

Neue Packungsgrößen in Deutschland

Wie ich vor einiger Zeit schon mal gebloggt habe: Viele wissen zwar, was ein Produkt kostet – aber nicht, was enthalten ist.

Jetzt gibt es keine vorgeschriebenen Packungsgrößen mehr und das macht es für Hersteller gleich doppelt interessant:

Erstens kann man die Eiscreme in 1000ml für 4.95 nun einfach in 850ml anbieten. Weniger Herstellungskosten, weniger Gewicht, mehr Gewinn. Außerdem wird wohl kein Konsument willentlich darauf achten, wie viel Ware in einem Produkt enthalten ist – der Preis ist noch immer entscheidend!

Und da ist es egal, ob vielleicht bei “Kauf 3 zum Preis von 2″ die Ware vorher unbemerkt verteuert wurde und das Geschäft den gleichen Gewinn macht. Oder man Getränke nun für 70 Cent anstelle von 90 anbietet – wer merkt schon, das 125ml fehlen.

Herzlichen Glückwunsch, EU – ich hoffe mal, der Warengrundpreis ist gesetzlich vorgeschrieben.

Medienlandschaften

Globale Vernetzung ist heutzutage ein Begriff. Das Internet hat hier sicherlich den Grundstein gelegt. Jemanden am anderen Ende der Welt zu erreichen stellt durch Skype, e-Mail oder andere elektronische Kommunikationswege kaum ein Problem dar.

Durch diesen allgegenwärtigen Zugriff bekommt man nach einiger Zeit das Gefühl, sich weltweit gut auszukennen und auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein (zumindest traf das auf mich zu). Doch sind wir wirklich in allen Belangen so stark miteinander verknüpft?

Mein erstes Erlebnis fand in den Rockies statt. Wir waren in einem Touringbus unterwegs. Es wurde Musik gespielt und Jonny Cash lief auf Rotation. Die meisten englischsprachigen Mitreisenden kannten die Texte. Doch für mich war es eine komplett neue Welt. Und Wolfgang Petry kannte keiner von ihnen. So sehr wir vernetzt sind, unsere Kultur bleibt bisher (bis auf wenige, populäre Ausnahmen) in unserem eigenen Land.

Später, in Mexiko, habe ich mehrere Tage lang auf einem amerikanischen Kanal verfolgt, wie über Christian Bales berichtet wurde. Er hatte wohl am Set einen Ausflipper und hat jemanden angebrüllt. Scheint, als ob er wohl auch nur ein ganz normaler Mensch ist. Jedoch hatte kein Mexikaner Ahnung, was dort vor sich ging. Über die Drogenmorde in Chiapas wusste man jedoch gut Bescheid. Auch hier galt: Egal, wie aktuell der SPIEGEL berichtet – letztendlich geht es doch immer um deutsche Inhalte.

Aufgefallen ist mir dass mitunter auch durch die im Internet frei zugängliche, erstklassige amerikanische Satireshow The Daily Show with Jon Stewart. In Deutschland kaum ein Gesprächsthema (kaum jemand kennt die Show), ist sie unter Amerikanern wohlbekannt und -beachtet.

Ich finde diese Zusammenhänge schade. Letztendlich ist das Nachrichten- und Mediengeschäft eben dieses, ein Geschäft. Warum sollte eine Zeitung in Deutschland auch tagelang über Christian Bales Wutausbruch berichten? Würde das jemand interessieren? Würde dieser Jemand den Artikel lesen wollen? Das gleiche gilt für TV-Inhalte. Wenn eine neue Show gesendet wird, dann am besten sofort mit Zuschauern im Millionenbereich. Klar, ist ja irgendwie auch verständlich – die allermeisten populären Geschäfte (von Musik einmal abgesehen) finanzieren sich durch Werbung. Je mehr Menschen dann eine Show schauen oder eine Zeitung kaufen, desto mehr kann man für Werbeplätze verlangen.

Jedoch ist diese scheinbar weltumfassende Sicht, ob nun Nachrichten oder Musik oder TV, in jedem Land nur auf sich selber gerichtet. Es scheint egal, wie stark wir vernetzt sind – Showgrößen oder bekannte Musiker beispielsweise aus unserem Nachbarland, Frankreich, kann ich nicht nennen. Geschweige denn aktuelle, wichtige Nachrichten.

Denn warum sollte es weniger wichtig sein, nur weil es ein anderes Land ist? Trotz aller globaler Vernetzung befinden wir uns wohl noch immer in unseren eigenen Ländern. Projekte wie Funkhaus Europa gehen da mit gutem Beispiel voran: Jede Stunde gibt es wechselweise Musik aus unterschiedlichsten Ländern Europas. Inhalte werden in vielen Sprachen gesendet. Und Musik aus jeder Ecke Europas. So etwas ist klasse!

“Nacktscanner” in der EU

Die EU hat den Einsatz der von der Presse inzwischen genannten “Nacktscanner” erlaubt. Großbritannien fährt schon einen Test (dabei sind die Inselbewohner sonst doch nicht so paranoid) und in Deutschland werden die Scanner bald an Flughäfen getestet.

Die Gegner behaupten, dass man jeden körperlichen Makel des Reisenden sehen könnte und all dies völlig übertriebener Unsinn sei. Außerdem wäre damit der letzte Rest Privatsphäre entschwunden.

Die Beführworter sehen das natürlich alles ganz anders und setzen entgegen, dass die Privatsphäre sehr wohl geschützt sei. Der Überwachende säße in einem weit entfernten Zimmer und die Gesichter der Reisenden würden unkenntlich gemacht.

Ich weiß nicht recht, ob all diese Dinge wirklich unsere Sicherheit erhöhen. Wenn jemand wirklich etwas Böses will, dann passiert er doch nicht die öffentlich bekannten Sicherheitsbarrieren. So mancher Kapitän begrüßt ihn gegen genügend Geld sicherlich auf seinem Kahn. Also, irgendwas hinkt hier.

Was denkt ihr über das Thema?