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Jetzt ganz doll neu!

Anwendungen in der Hosentasche

Dieser Eintrag richtet sich an zumindest erfahrene Benutzer

In Internet-Cafes finde ich es öde, dass es unterschiedlichste Versionen von Sofware gibt. Es kam schon vor, dass auf einer Windows-Kiste eine Uralt-Version vom Internet Explorer installiert war. Und sonst nix.

Auf meinem Laptop hingegen habe ich meine Umgebung immer parat. Wie kann ich so etwas auch auf einem USB-Stick hinbekommen?

Beweglich

PortableAppsMenu

Dazu haben ein paar schlaue Köpfe die sogenannten Portable Apps zusammengestellt. Das sind gängige Programme wie Firefox (Version 2 oder 3), Thunderbird (Mail), Pidgin (Instant Messenger) oder gar Gimp (Bildbearbeitung). In der dicken Version ist OpenOffice enthalten. All diese Programme sind kostenlos und sehr mächtig. Es gibt noch weitere, von denen es PortableApps-Versionen gibt. Und wer etwas Zeit und Expertise hat, kann versuchen, selber Software hinzuzufügen, von der es keine PortableApps-Version gibt. So hab ich bei mir noch Skype und den Altap Salamander eingebunden.

Skype konfigurieren

Zwei Dinge müssen getan werden. Erstens muss Skype auf den USB-Stick kopiert werden und zweitens eine Datei angelegt werden, um Skype zu starten.

Zuerst einen neuen Ordner anlegen:

[usb-stick]/PortableApps/Skype

Dann die Skype.exe aus dem Programme-Ordner in den neu erstellten Ordner kopieren. Wichtig ist nun, dass noch ein Unterordner Data erstellt wird:

[usb-stick]/PortableApps/Skype/Data

Im Skype Ordner wird nun eine Datei startskype.cmd Skype-Ordner erstellt. In die Datei folgendes eingeben:

start skype.exe /datapath:"Data" /removable

Leider lässt sich keine .cmd oder .bat – Datei in das Menü der PortableApps einbinden. Jedesmal, wenn Skype benötigt wird, muss man in den Skype-Ordner gehen und die cmd-Datei starten.

Hier gehts weiter für Experten.

Altap Salamander konfigurieren

Für mich der Dateimanager ausser Konkurenz. Benutze ihn selbst unter Linux mit Wine. Seit der Version 2.52 kann man eine Kommandozeilenoption nutzen, um die Konfiguration von einer Datei zu laden. Wird zwar (glaube ich) noch immer in die Registry gespeichert, aber damit kann ich leben – keine wichtigen Informationen landen dort.

Export Configuration in Altap Salamander

Im Menü gibt es einen Knopf Export Configuration. Danach klickt man auf No, die Registry soll nicht geupdated werden. Und nun kann man sich den Ordner auswählen, in dem die Datei gespeichert werden soll.

Hier gelten wieder die gleichen Massnahmen wie bei Skype: Salamander ist in einen eigenen Ordner installiert worden und die Datei config_.reg wird nun in diesen Ordner kopiert.

Nun noch eine start_salamand.cmd anlegen mit folgendem Inhalt:

@start salamand.paf.exe -C config_.reg

Später einfach in den Ordner wechseln, cmd ausführen und Salamander hat die vorgegebene Konfiguration.

Unsichtbar

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Programme so konfiguriert sind, dass sie keine Spuren auf dem PC hinterlassen. Und man kann sie so konfigurieren, wie man lustig ist – somit hat man eine immer gleiche Konfiguration auf jedem Rechner auf der Welt. Vorausgesetzt, Windows ist installiert und es gibt einen USB-Anschluss. Und das ist allermeistens der Fall.

Profis

Für die Profis gibt es ein erweitertes Menü mit etwas mehr Funktionalität (TrueCrypt enthalten und mehr):

http://geek-menu.sourceforge.net/

Für mich ein absolutes Muss, wenn es um Datenschutz und sichere Computernutztung geht.

Via [http://portableapps.com/de]

Ist CouchSurfing gefährlich?

Auf meiner Reise kommt es immer wieder dazu, dass CouchSurfing angesprochen wird. CouchSurfing ist eine Internet-Community, in der Menschen wie du und ich ein Bett oder einen Platz zum Schlafen anbieten. Das ganze ohne Bezahlung und völlig kostenlos. Weil, als Anlehnung an den Spruch Das meiste kost’ die Reise sind auch die Übernachtungskosten meist nicht von schlechten Eltern.

Die Idee dahinter ist, dass man sich kulturell austauschen kann. So kommt man bei Peter aus Berlin unter. Er gibt einem Informationen zu dem günstigen Supermarkt um die Ecke oder dem kleinen Familienkino. Informationen, die man aus Reiseführern nicht bekommt. Und vielleicht fällt dem Gast eine Kleinigkeit als Geste ein. Zum Beispiel ein Bierchen ausgeben oder den Abwasch machen. Doch die meisten CouchSurfer wissen, dass viele Reisende nur ein kleines Budget haben.

Trotzdem sind viele Leute unsicher, speziell Frauen. Bei völlig unbekannten unterzukommen begeistert wohl nicht jeden. Aber die Community ist sich dieser Gedanken wohl bewusst und hat Sicherheitsfunktionen in die Seite eingebunden:

  • Profile – Das Profil ist die Übersichtsseite eines CouchSurfers (hier meins). Hier schreibt man über seine Interessen, wer man ist und wo man schon war oder noch hinreisen möchte. Ausserdem gibt es dort Informationen über den wichtigsten Teil bei CouchSurfing: Die Couch. Wie viel Platz steht zur Verfügung, wie lange und wann kann man hosten (also einen Ort zur Verfügung stellen). Ein leeres Profil begeistert keinen sonderlich. Das gilt übrigens für beide Seiten: Der Surfer wie auch der Host möchte sich vorher ein Bild machen. Und dazu gibt es noch eine Menge mehr Möglichkeiten:
  • Bilder – Bilder sagen mehr aus tausend Worte, das stimmt auch hier. Sobald der Surfer mehr als ein Bild hochgeladen hat, kann man sich sicher sein, dass man die Person auf den Bildern auch vor sich haben wird. Nicht, dass jemand andere Identitäten zu erstellen versucht – manchmal findet sich nur ein Bild.
  • Referenzen – Jeder CouchSurfer kann eine Referenz zu einem anderen CouchSurfer hinterlassen. Das macht durchaus Sinn, da der geneigte CouchSucher dann eine Idee bekommt, wie der Host drauf sein könnte.
  • Freunde – Facebook lässt grüssen. Innerhalb der CouchSurfing – Welt kann man sich mit Freunden verbinden. Wenn auch die Anzahl der Freunde nicht unbedingt ausschlaggebend ist, sollte man sich doch jemanden suchen, der zumindest ein paar aufweisen kann.
  • Verifikation – Um sicherzustellen, dass die entsprechende Person auch die ist, die sie angibt, gibt es Verifikationsstufen. In der höchsten (Nummer 3) wird ein Brief an die entsprechende Adresse des Hosts gesendet und er muss einen Code aus dem Brief auf der CouchSurfing – Seite eingeben. Herz, was willst du mehr?
  • Vouching – Sobald drei Personen für einen gevoucht haben, kann man selber vouchen. Das ist quasi so etwas wie ein Händeschütteln und wird bestenfalls nur gemacht, wenn man die Person auch wirklich getroffen hat und ihr traut. Überraschend, wie viele gevouchte Surfer es nach diesem umgekehrten Schneeballprinzip schon gibt.
  • Gefühl – Wenn man sich all diese Dinge angeschaut hat und trotz allem Glitz und Glammer ein komisches Gefühl im Bauch hat, sollte man nicht kontaktieren. Manchmal passen Menschen nicht zueinander. Was für den einen prima klappt, macht den anderen verrückt.

CouchSurfing steht übrigens knapp davor, die 1-Millionen-User – Grenze zu sprengen. Was bedeutet: Die Community ist nicht nur für Fernreisen interessant. Auch im eigenen Land kann man mit Hilfe von CouchSurfing einfach unterkommen. Die Chancen dafür sind hoch, weil es so viele Mitglieder überall auf der Welt gibt. Selbst Ehrensenf weiss von den Austauschnetzen zu berichten. Und machen sollte man es sowieso.

Weil: Billiger als kostenlos gehts nicht mehr.