Kanada hat sicherlich in einigen Dingen die Nase vorn. Im Mobilfunkgeschäft bestimmt nicht. Ein Einblick in die günstigsten verfügbaren Tarife der Firma Wireless Wave.

Kostenpunkt
Eine Prepaidkarte von Fido, nur erhältlich mit einem Handy (?), kostet 70 CAD. Dazu kommt, dass dort sagenhafte 5 CAD Guthaben enthalten sind. Nun müsst ihr wissen, dass man in Kanada für abgehende, aber auch für ankommende Gespräche bezahlt. SMS werden nur abgehend berechnet. Der Minutenpreis beträgt 0.30 CAD. Und das beste:

Ende jeden Monats verfällt das Guthaben, falls man nicht einen neuen Betrag auflädt! Und da ist es egal, ob das 5 oder 50 CAD sind. Einfach weg, falls man nicht noch Geld oben drauf packt.

In der Anschaffung bezahlt man also 65 CAD – das sind etwa 40 Euro.

Geldwerter Vorteil
Falls man sich dazu entscheiden sollte, einen Vertrag (hier von Virgin) in Anspruch zu nehmen, so sieht das ganze so aus: 35 CAD für die SIM-Karte (stimmt schon, die sind aber auch verdammt schwer herzustellen), 35 CAD für die Aktivierung der SIM-Karte (jemand muss in der Verwaltung auf On klicken) und dann noch einmal mindestens 25 CAD für den eigentlichen Vertrag. Enthalten sind 50 Minuten (auch hier gilt wieder: ankommend wie abgehend) und sogenannte Unlimited Calls am Wochenende. So unbeschränkt sind die auch nicht: Sie gelten nur für Gespräche in der Greater Vancouver Area. Jede weitere Minute über den 50 Minuten kostet 0.35 CAD (also mehr als im Prepaid von Fido).

Hier fallen die Gesamtkosten zusammen auf 35+35+25 = 95 CAD, das sind etwa 60 Euro.

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Luxusgebühr
Die Mitarbeiterin hat es mir so erklärt: Mobilfunk ist noch immer ein Luxusgut in Kanada, und die Regierung (warum auch immer die in ihrer Erklärung aufgetreten ist – ich dachte, die Firmen betreiben die Mobilfunknetze) hat die Preise halt so festgesetzt. Stimmt nicht ganz – Wireless Wave ist eine Vermittlungsfirma und macht ihr Geld durch Zubehörverkäufe.

Haltlos
Also habe ich mich direkt bei den Mobilfunkanbietern umgesehen – und siehe da: Bei Fido direkt kostet es „nur“ 35 CAD für die SIM und 20 CAD an Guthaben. 55 CAD, etwa 34 Euro, da kann ich mit leben. Trotzdem noch ziemlich gesalzen. Und das Guthaben verfällt noch immer.

Ohne vernünftige Kommission oder eine RegTP wird der Kunde hier also geschröpft, wie es den Firmen so gefällt. Kanada hat sicherlich die Nase vorn in einigen Dingen, aber in anderen muss es noch einen weiten Weg gehen.

2 Comments Können Sie mich hören? – Mobilfunkpreise in Kanada

  1. stj aus JP

    Naja in Australien und Neuseeland ist das nicht anders. Liegt aber daran das die Länder Schweine groß sind und wenig Einwohner haben. Also ein Return of Invest für die Firmen dauert wesentlich länger als in Ländern wie Deutschland, Japan oder Korea. Dass die Preise nicht so schnell fallen ist da Einleuchtend oder? Viele Kanadier die ich getroffen haben erzählten mir auch das keiner ihrer Freunde je ein Handy besitzt habe. Dort geht halt alles noch via Festnetz.
    Was macht die Job suche?

    Reply
    1. Tobias

      Tatsächlich finde ich es nicht so einleuchtend. Die Netzabdeckung findet sich größtenteils in den Ballungsgebieten und die Infrastruktur wird von mehreren Firmen betrieben. Wie beschrieben gibt es in manchen Tarifen Optionen, Samstags und Sonntags sowie unter der Woche in einem Zeitfenster von Abends bis Morgens in einem Gebiet kostenlos zu telefonieren. Das alles trägt dazu bei, dass ich denke, dass bei einer geschickten Ummodifizierung die Kosten schon jetzt gesenkt werden könnten.

      Mein Job liegt da draussen irgendwo und ich werde ihn finden!

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