Am Sonntag habe ich mich in einen dieser famosen Volkswagen gesetzt – diesmal mit Gurt – und wir haben eine kleine Stadtrundfahrt gemacht.

Und zwar in eines der reichsten Viertel von Mexico City: Santa Fe. Das tolle an Santa Fe ist, dass es komplett auf einer alten Müllkippe gebaut wurde.

Die wurde einfach zugeschüttet und dicke Häuser auf der Kippe gebaut. Gehandelt werden die Immobilien hier in amerikanischen Dollars, und hier zu wohnen ist wahrlich nicht günstig.

Mir wurde erzählt, dass es teilweise Familien gibt, die ihre Bodyguards in einem großen Pickup hinter sich her fahren lassen. Allzeit bereit. Die Wohnviertel sind mit großen Toren abgesperrt und Besucher können dort logischerweise nicht einfach so hereinfahren.

Kontrastprogramm

Doch keine Minute später, als wir wieder aus Santa Fe heraus kommen, finden sich notdürftig zusammengebaute Häuser von Armen. Es soll wohl Kinder in Santa Fe geben, die der festen Überzeugung sind, dass es in Mexico keine Armut gibt. Etwas erschreckend angesichts der Tatsache, dass über 70% der Mexikaner an der Armutsgrenze leben. Vielleicht haben sie das Feature zu Mexico auf MTV verpasst.

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Santa Fe, Mexiko Stadt

Das ist sowieso ein Phänomen, welches seinesgleichen sucht. Überall tummeln sich kleine Läden, kleine Zelte mit Dingen. Und die Mexikaner machen meistens mehrere Geschäfte der gleichen Art nebeneinander.

Sicher, die Leute können dann die Preise vergleichen. Ich denke, das eine größere Streuung in der Stadt höhere Preise zur Folge hätte. In Cuernavaca gibt es zum Beispiel sieben (!) Läden, welche Smokings verleihen oder verkaufen, nebeneinander.

Harte Arbeit

Und dann gibt es noch die allgegenwärtigen Mexikaner, welche durch Verkäufe in der Metro, in Bussen oder ganz simpel an roten Ampeln Geld verdienen. Und hier gibt es wirklich alles. Da war der Junge mit Kamm und Bürste, welcher in den Bus stieg und einfach den Kamm an der Bürste rieb, um einen Beat zu erzeugen. Und dann sang er, so laut er kann.

Oder die Leute, welche einen Ghettoblaster mit in die Metro nehmen, den voll aufdrehen und ihre selbstgebrannten CDs verkaufen. Oder sonstiges. An Ampeln habe ich alles mögliche gesehen: Feuerspucker, Clowns (Vater und sehr junger Sohn), Fensterputzer und alle möglichen Waren (einmal sogar einen Garderobenständer).

Es ist die schiere Masse, die einen nach einiger Zeit abstumpfen lässt. Doch immerhin arbeiten diese Leute hart – sie versuchen auf ehrliche Art und Weise, Geld zu verdienen. Unzählige Stunden am Tag. Um Abends etwas essen zu können.

1 Comment Ein ganz normales Wochenende in Mexiko Stadt, Sonntag

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