…wie Rammstein es mal so treffen in einem Song zum Ausdruck gebracht hat.

Mir ist immer noch ein Rätsel, wie die Vereinigten Staaten von Amerika so großen Einfluss auf die Welt nehmen kann. Eine kritische Analyse.

Double it, please

In den Staaten ist erst einmal alles GROSS. Menüs, Autos, das Konsumverhalten, der Bauchumfang vieler Ami’s… Nur wenn man sich den größten Becher zu seinem Menü holt (1 Liter ca.), dann hat man freie Refills. Will sagen, nicht nur, dass man schon die weltweit größte Menge an Zuckerwasser zu sich nehmen kann, nein, man kann auch noch so oft nachfüllen, wie man möchte. Mehr bitte!

In den Städten ist die Navigation relativ einfach – alles ist nach dem Kastenprinzip aufgebaut. Zwei Blöcke nach rechts, drei nach links, schon biste da. Man trifft sich an der Ecke von J und 13te, und nicht beim Inkoop hinten an der Ecke. Warum finde ich das so spannend? An jeder Kreuzung in der Innenstadt gibt es eine Ampel. Also. 300 Meter fahren, warten. 300 Meter… na, ihr habt es wohl schon begriffen.

Dann die Medien. Unglaublich, aber wahr – viele Amerikaner waren der vollen Überzeugung, dass der Irak-Krieg nötig war. Kein Wunder, weiß ich jetzt: Der Großteil der Medien, die Magazine und Zeitungen haben mitgeeifert. Eine Regierungsstelle hat es zudem untersagt, Bilder von toten Soldaten an die Medien zu geben. Somit ging also jeder Soldat frohgemut in Richtung Irak und ohne Beine wieder zurück – huch, da sterben ja Menschen! Die meisten Ami’s nutzen die Glotze als täglich‘ Quell der Information. Und wo bei uns am ersten Tag der Bekanntgabe der Staaten, in den Irak zu gehen, die komplette Medienlandschaft verrückt gespielt hat, war hier alles prima. Nun langsam kommt das böse Erwachen, und selbst Fox, ein ultrakonservativer, sehr großer Sender, ist nun etwas kritischer mit dem Krieg. Aber nicht all zu kritisch. Muss ja nicht sein.

Maßeinheiten. Selbst die Ami’s schütteln den Kopf über ihre Überzeugung, Pfund und Meilen beizubehalten. Sicherlich gibt einem das aus der einen Sicht ein elitäres Gefühl – guck, was wir haben und kein anderer. Dabei vergessen sie aber, das ihre Nachbarn metrisch sind (Kanada und Mexiko) und eigentlich ganz Europa. Aber warum ändern, was gut funktioniert? Gleiches gilt auch für das Uhrzeitsystem – AM und PM treiben mich noch irgendwann in den Wahnsinn. Ich werde irgendwann noch einmal einen Flug verpassen, weil ich um Mitternacht ankomme und nicht Mittags.

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Dann das Reiseverhalten. Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde es klasse, wenn Menschen reisen. Aber stellt euch mal vor, jemand würde zu euch kommen und sagen: Stell dir vor, bin ich schon weit rumgekommen! Ich war in ganz – Deutschland! Roadtrips sind hier ziemlich angesagt, aber letztendlich bleibt man doch im gleichen Land. Burger, Autos und Mentalität ist mitunter die gleiche hier. Ist ja schließlich immer noch das gleiche Land.

Und zu guter Letzt der Nationalstolz. Klar, ist ein krasser Gegensatz zu Deutschland. Aber ebenso ist es ein krasser Gegensatz zu Kanada oder Mexiko. Auch die Bewohner dieser Länder mögen ihre Heimat. Nur, und das ist erfrischend, wissen sie auch um die nicht so gut funktionierenden Teile. Hier, und das scheint Teil des Patriotismus zu sein, ist man Stolz, aber bitte ohne Kritik.

Wobei ich die letzte Aussage halbwegs selber wiederlegen kann, denn einige der Ami’s, mit denen ich mich unterhalten habe, sind noch viel schlimmere Kritiker dieses großen, etwas zu selbstverliebten Lande. Nur weil Millionen kaufkräftiger Menschen hier leben, muss man sich noch lange nicht vor anderen Einflüssen verschließen unter dem Deckmantel des Patriotismus.

Das trifft bei weitem nicht auf alle Ami’s zu. Hirni’s gibts überall. Aber dennoch ist die Anzahl derer, die so denken, bemerkenswert hoch. Und wer’s nicht glaubt, dem kann ich Borat empfehlen.

So. Das musste mal gesagt werden.

4 Comments We’re all living in America…

  1. nat

    land of free speech! don´t get yourself arrested please. even if you are absolutely right! ask me about my second cousin from mississippi sometime..!

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  2. stj aus JP

    Hier in Japan gibt es viele Amis die Englisch unterrichten und obwohl viele sagen sie lieben Japan ist ihr Verhalten dennoch ziemlich eitel und ein wenig herablassend gegenüber japanischen Sitten. Ein Verhalten was ich im Vergleich zu anderen Ausländern in Japan nur selten erlebt habe.
    Ansonsten kann ich nur sagen dass ich die meisten deiner Punkte genauso sehe, obwohl ich nie in den USA war und mein Eindruck hauptsächlich mediengeprägt ist.

    In diesem Sinne prost und genieße deinen zweiten Liter Zuckerwasser 😉

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