eeebuntu ist ein Ubuntu – Derivat, angepasst an den eee PC von Asus, welches ich vor einiger Zeit installiert habe. Die Installation und Benutzung funktioniert soweit problemlos und viel besser als das alte XandrOS – trotzdem habe ich ein paar Tipps und Tricks heraus gefunden, wie man das Betriebssystem noch etwas verbessern kann. Dieser Eintrag basiert auf eeebuntu 2.0.

Warnung

Die Tipps hier sind ohne Gewähr. Ich übernehme keine Verantwortung für Schäden an deinem Computer. Ich gehe davon aus, dass du weißt, was du tust. Du wurdest gewarnt.

Grundeinstellungen

eeebuntu ist schon ziemlich auf die eee PCs vorbereitet. Adams Kernel ist von Haus aus dabei, eine modifizierte Kernel – Version, angepasst auf die eee PC – Reihe. Herunterladen kann man sich das hier. Ich hatte mich damals für die Standard-Version entschieden. Wer Platz sparen möchte, kann sich die Base-Version herunterladen und selber anpassen. Und wer von dem klotzigen Standardmenü auf dem original XandrOS begeistert war, der kann sich auch die NBR-Variante anschauen.

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Um sich die Fenster überhaupt komplett anschauen zu können (die y-Auflösung ist mit 600 Pixeln nicht die höchste), muss erst einstellen, dass man Fenster nach oben hinaus schieben darf (Quelle). Dazu folgendes in einem Terminal eingeben:

gconftool-2 --set /apps/compiz/plugins/move/allscreens/options/constrain_y --type bool 0

Nun kann man Fenster endlich hinschieben, wo man will. Ganz einfach übrigens per Alt + Doppelklick.

Stromabhängiges Mailprogramm?

Immer, wenn ich von Batterie auf Strom umstieg, kam folgende Fehlermeldung:

Couldn't execute command: evolution
Verify that this is a valid command

Auch dazu gibt es eine einfache Lösung (Quelle):

Datei öffnen
sudo gedit /etc/acpi/events/asus-mail

Befehle auskommentieren (sieht danach wie folgt aus):
#event=hotkey (ATKD|HOTK) 00000050
#action=/etc/acpi/mailbtn.sh

Und dann den Rechner neustarten oder acpi mit dem Befehl:
sudo /etc/init.d/acpid restart

Keine Fehler mehr!

Blackout

Dann, nach einer etwas längeren Session, stellte ich fest, dass sich eeebuntu nicht automatisch herunter fährt, wenn die Batterie langsam leer wird. Sondern einfach abschaltet. Ouch.

Doch das liegt daran, dass die Batterie die Ladung in 10%-Schritten meldet. Also muss man folgendes anpassen (Quelle):

In einem Terminal:
gconf-editor

Dort navigieren zu:
Apps / gnome-power-manager / thresholds

Und folgende Anpassungen machen:
percentage_action = 10
percentage_critical = 20
percentage_low = 30

Dann klappts auch mit der Warnung. Sobald 10% erreicht werden, wird der Rechner sofort (innerhalb von 10 Sekunden) heruntergefahren. Und vorher gibts Warnungen. Sehr schön!

Festplattencheck

Im Log fand sich dann der Hinweis, dass versucht wird, die Festplattentemperatur zu messen. Ohne Festplatte wird das ganze schwierig und verlängert den Bootvorgang. Doch auch dazu gibt es einen Tipp (Quelle):

sudo bash
cd /etc/rc2.d
mv S20hddtemp s20hddtemp
exit

Mit diesem Befehl wird die Ausführung des Festplattentemperaturskriptes (was ein Wort) verhindert.

Tastenklang

Da der kleine Haus-Knopf nun ohne Funktionalität war, wollte ich ihn neu belegen – das Öffnen des Startmenüs. Auch das ist einfach vollzogen (Quelle):

Gehe nach:
System>Preferences>Keyboard Shortcuts

Und klicke auf Show the Panel's Main Menu (unter Desktop). Dann einfach die Taste drücken und fertig.

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Stotterfrei

Beim Filme schauen oder beim Gaming kam dann ab und an ein kleinerer Stotter vor, den ich zuerst nicht zuordnen konnte. Ich hatte mein Monitoringprogramm Conky schon deaktiviert, und trotzdem passierte es immer wieder. Doch siehe da: Die Ursache liegt in einem Dienst (Quelle): HAL.

Der Dienst lässt sich einfach deaktivieren, hat aber delikate Seiteneffekte: Die Batterie kann nicht mehr abgefragt werden (und somit könnte es dazu kommen, dass sich beim Batteriebetrieb der eee PC einfach abschaltet!) und USB-Devices werden beim Einstecken nicht mehr automatisch erkannt (so war ich etwas verwirrt, als ich meine externe Maus nutzen wollte – bis mir aufging, dass HAL deaktiviert war).

HAL deaktivieren:
sudo service hal stop

Und reaktivieren:
sudo service hal start

Stotterfreies Entertainment hat halt so seine kleinen Nachteile. Aber zumindest war es endlich stotterfrei, im Gegensatz zum XandrOS!

Gedächtnistraining

Um die SSD’s im eee PC lange leben zu lassen, sollte man die Schreib- und Lesezugriffe minimieren. Und tatsächlich, ein Eintrag in der fstab nimmt ein wenig Schreibarbeit von der Karte. Normalerweise sind die Einträge auf relatime eingestellt. Hier wird das Datum der Datei nicht jedesmal geupdated, sondern nur in speziellen Fällen. Jedenfalls kann man das ganze deaktivieren und speichert den letzten Zugriff gar nicht mehr ab. Auf meinem System habe ich keine Nachteile bis jetzt, und auch der Vater der Idee hat keine gefunden – er hat sogar Benchmarks gemacht. Anscheinend sind ext2 oder ext4 mit Anpassungen ideal für SSD’s – ich hab natürlich ext3 genommen. Aber was soll’s, trotzdem hilfreich, das.

Um diese Zeitspeicherung zu deaktivieren, muss man in der /etc/fstab die Einträge, welches ein relatime beinhalten, abändern. Anstelle von relatime muss dort ein noatime stehen. Neustart – und das war’s!

Und dann war da noch der Firefox.

Schwergewicht

Sicherlich, die dritte Version des populären Firefox-Browsers hat so seine Vorteile – in PCs mit Festplatten. Auf SSD wie bei dem eeepc führt das ganze zu einer Stotterorgie mit nervigen Wartezeiten. Nach dem Öffnen einer Seite muss man seine zwei Sekunden warten, bis alle Daten in die Firefox-Datenbank geschrieben wurden. Soweit ich weiß, kann man das vermeiden, indem man die History, den Verlauf, deaktiviert. Das war keine Option für mich. Also, was tun?

Da bin ich auf dieses Skript gestoßen. Primär wird das Firefox-Profil auf eine RAM-Disk geschaufelt. Wenn man sich anmeldet, sollte man das Skript ausführen. Dann werden alle Daten in den Speicher entpackt. Und vor dem Abmelden sollte man es erneut ausführen – dann werden alle Änderungen wieder in die Daten gespeichert. Das Tolle: Die Datei beinhaltet alle Arbeitsschritte, die sie benötigt – nur Copy & Paste wird benötigt.

Auf meinem eee PC habe ich Firefox 3 jetzt mit einem RAM-Profil konfiguriert. Und siehe da – Ladezeiten sind kaum noch zu spüren. Endlich kann man surfen mit einer hohen Ansprechbarkeit, aber mitsamt aller Vorteile des Firefox.

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Ich lasse die Datei übrigens in folgenden Skripts aufrufen:
/etc/gdm/PreSession/Default
/etc/gdm/PostSession/Default

Dazu einfach einen Aufruf (z.B. /home/tobias/firefox-speed.sh) vor dem exit 0 einfügen – und alles geht automatisch.

eeeinfach?

eeebuntu ist die Ubuntu-Version meiner Wahl für den eee PC geworden. Zwar habe ich noch keinen Blick auf eeebuntu 3.0 geworfen, in der es einige Neuerungen gibt. Aber trotzdem finde ich, dass eeebuntu einem viel Arbeit abnimmt und wahrscheinlich die beste Distro für die kleine Kiste ist. Nach ein paar Anpassungen, wohlgemerkt.

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