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Youtube-Musik-Fundstück

Musik direkt aus dem Herzen, so darf man diese Videos vielleicht beschreiben. Wie klasse!

Die beiden, Jack und Nataly, machen in ihrer Band Pomplamoose zusammen Cover-Songs von alten und neuen Klassikern, so zum Beispiel auch Beat It von Michael Jackson. Da bringen sie aber ihre eigene Art ins Spiel und geben jedem Song einen eigenen Touch. Man sieht ihnen an, wie viel Spaß sie bei diesen Songs haben! Manchmal erhalten sie Verstärkung und jemand spielt noch ein anderes Instrument.

Und man kann Jack förmlich ansehen, wie er in dieser Musik aufgeht! Der ist am rocken, es ist eine wahre Freude. Nataly selber hat eine Stimme, der man gerne zuhört und die ein wenig an Feist erinnert.

Aber Taten warten, schaut euch das Team aus Kalifornien einfach selber an!

Dieser Song fängt sehr klassisch an, wird dann aber noch ziemlich stark. Hier zum Kanal von Pomplamoose!

via [sänf!]

Avatar Kritik

Vielleicht bin ich mit der falschen Erwartung in diesen Film gegangen. Vielleicht ist es wirklich zu viel verlangt, bei einem großen Blockbuster auch eine großartige Handlung zu finden. Oder sollte die gerenderte Grafik über all dies hinweg täuschen?

Was passiert?

Böse Menschen ziehen auf einen Planeten, die Resourcen rauben. Gute Einwohner finden das doof und schlagen mit Pfeil und Bogen zurück. Ein Soldat bekommt Gewissensbisse und lässt sich assimilieren. Fertig. Lieber Leser, 2 Stunden gespart.

Wie sieht’s aus?

Bunt auf jeden Fall. Gerade die Nachtsettings sind beeindruckend gestaltet und man kann sich gut vorstellen, dass sich James Cameron in unserer Unterwasserwelt hat inspirieren lassen. Jedoch täuscht die klasse Kulisse und die nette Atmosphäre nicht über das Standardprinzip des Filmes hinweg: Dialog – Konflikt – große Kampfsequenz. Das bitte solange wiederholen, bis Plot = Ende. Will sagen, am Anfang macht es Spaß und sicherlich sind gerade bei 3D ein paar Momente in dem Film, wo man staunen kann. Jedoch geht das unter in den sinnlos langen Kampfsequenzen.

Wie wird’s erzählt?

Gesellschaftskritisch ist dieser Film nur an der Oberfläche, weisen doch ein oder zwei Zitate darauf hin, dass nicht jeder damit zufrieden ist, die Einwohner einfach auszubeuten. Am Anfang wird recht schnell dargestellt, wer gut ist und wer böse. Und der Herr Soldat mit dem Sinneswandel ist sich den ganzen Film nicht so sicher, wo er hingehört. Wie gut, dass es Ripley und die Kampfpilotin gibt – die beiden heben ihre Charaktere zu den besten im Film an.

Sonst ist der Plot eher flach und wohl mehr als Grund zu sehen, actionreiche Schlachten und beeindruckende Kulissen zu zeigen. Aber gut, wer das mehr mag, wird an diesem Film wohl seine Freude haben. Herr der Ringe in 3D und in den Wolken, sozusagen.

Mich hat der Film leider nicht mitgerissen und an manchen Stellen mit seiner Plattheit mit dem Kopf schütteln lassen. Für gutes (und teures, da 3D) Popcorn-Kino sollte er jedoch ausreichen.

Check 28.01.2010
IMDB: 8.6
Rottentomatoes: 82%

Meine Meinung: 76% (mit 3D-Brille)

Dexter

Es ist nicht auszuhalten. Klaro, erst einmal wollte ich nicht weiter bloggen. Aber auch klar, dass SO ein Aufreger mich nicht kalt lässt. Warum ist die TV-Serie Dexter wohl so erfolgreich? Eine Sezierung.

Kaltblütig

Klar, man sollte den Feind kennen. Und deswegen habe ich mir auch einige Folgen der ersten Staffel und der zweiten angeschaut. Manchmal verändern sich Serien schließlich ein wenig, gerade am Anfang. Ein Fehler. Falls ihr noch gar nix von der Serie gehört habt, hier ein Einblick.

Wer genau hinschaut, wird zwar viel Splatter-Horror a la Saw zu sehen bekommen, aber das mal beiseite, bleibt eine oberflächliche Figurenentwicklung mit nicht wirklich vielen Plot-Bögen. Wer auch immer sich diese Serie ausgedacht hat (die Bücher habe ich leider nicht gelesen), ist ein ziemlich visueller Mensch – und nicht sehr sozial.

Provokativ, meine Worte. Sicher. Jedoch ist allein schon in der ersten Staffel die eigentliche Spannung nur aus dem Umstand gezogen worden, dass Dexter langsam, aber sicher in immer gefährlichere Situationen schlitterte – aus denen er natürlich immer wieder unbeschadet heraus kam. Was ihn jedoch beschäftigt, wird nur oberflächlich dargestellt. Dazu soll der Darsteller noch den Eindruck erwecken, als ob er ein kaltblütiger Mörder wäre, welcher im Familienleben den lieben Vater gibt (siehe zweite Staffel). In meinen Augen humpelt diese Figur, gestaltet aus unklaren Linien und krassesten Verhaltensweisen. Es fehlt der Grund.

Motivation

Wobei das, ohne zu viel verraten zu wollen, nun immer weiter aufgedeckt wird. Am Ende erinnert sich Dexter und reagiert noch immer völlig emotionsfrei. Wobei der Charakter an und für sich – und das ist die Crux – an einer persönlichen Weiterentwicklung interessiert ist. Das sieht man zum Beispiel an dem Umgang mit seiner Freundin oder aber an seinen Anpassungsversuchen im sozialen Umfeld. Und dann ist er an einem Punkt angekommen, der sich ihm erschließt und er geht da nicht mit um? Unglaubwürdig.

Aber warum funktioniert diese Serie so gut, das sie bei den begeisterungsfähigen IMDB’lern eine Wertung von 9.2 erhält? Hat dies mit der US-amerikanischen Kultur zu tun?

Sozialwesen

Vielleicht gibt es ja tatsächlich viele Menschen, welche sich ihrer Mitmenschen so ausgegliedert fühlen, dass sie sich in der Serie zu einem Teil wiedererkennen. Nur dadurch dürfte das Modell seichter Charakter auch aufgehen: die Zuscheuer (absichtlicher Vertipper) haben so die Möglichkeit, sich in den Charakter hineinzuversetzen und ihre Aggessionen sowie Unsicherheiten der Gesellschaft gegenüber heimlich, zuhause, vor dem Fernseher, auszuleben.

Fazit

Ob das so stimmt, sei dahingestellt. Sicher ist nur, dass Dexter, wenn man die Mordkomplotte und zerstückelte Leichen wegnimmt, nur eines ist – ein schlechtes, englisches GZSZ.

Oben Up Kritik

Ein neuer Pixar-Animationsfilm? Ein übereifriger Pfadfinder, ein verbitterter alter Mann und ein Haus an Luftballons? Na, verrückt genug klingt das ja schon. Und das ganze dazu noch in 3D?

Was passiert?

Ein junger Mann, Carl Fredricksen, der kein Wort spricht, schaut sich einen Kinfilm über den großen Entdecker xyz an. Nach dem Kino lernt er mehr oder mindet zufällig seine zukünftige Ehefrau kennen. Sie bekommen zusammen den Traum, einmal zu Paradise Falls zu fahren. Doch die Jahre vergehen und sie stirbt schließlich. Er ist einsam – das wird auch ausgiebig dargestellt – und bekommt unfreiwillige Hilfe von einem Pfadfinder. Um seiner verstorbenen Frau ihren Wunsch zu erfüllen, fasst er einen Entschluß.

Gemeinsam machen sie sich auf die Reise zu den Paradise Falls und erleben mit sprechenden Hunden, fliegenden Häusern und irren Entdeckern eine etwas lahme Geschichte.

Wie sieht’s aus?

Die 3D – Technologie wird seiner Erwartung gerecht. Am besten kommt er in diesem Film bei voluminösem Nebel zur Geltung – man hat wirklich das Gefühl, sich nur Meter vor den Protagonisten zu befinden.

Die Settings sind etwas langweilig gestaltet, erfüllen aber ihren Zweck – die Darsteller in den Vordergrund zu hieven. Und bei Verfolgungsjagden im Flugzeug musste ich mich manchmal zwingen, nicht wegzuducken.

Wie wird’s erzählt?

Der Film kommt in drei Geschwindigkeiten daher. Erst wird der junge Forscher aufgebaut, um dann in einem minutenlangen, musikunterlegten und etwas öden Schnelldurchlauf seines Lebens der verbitterte, alte Opa zu sein, den wir im Film vor uns haben.

Dann gehts auch schon los, er schnappt sich sein Haus und macht sich auf in die Lüfte. Die lange Reise selber ist gar nicht Thema des Films, nach ein paar Minuten ist er schon am Ziel. Doch sie haben den Wasserfall um ein paar Kilometer verfasst, und machen sich mit dem Haus an der Hand (!) auf den Weg.

Diverse federtragende Umstände führen nun dazu, dass der alte Herr seine Pläne ändert und da so gar nicht glücklich mit ist. Auch trifft er sein altes Idol, den Weltenerforscher. Der stellt sich dann aber als gar nicht so Idolträchtig heraus, wie man anfangs zu denken vermochte – und ein Katz- und Maus-Spiel, oder besser, ein Hund- und Hunde-Spiele beginnt. All das, damit der Herr Welterforscher sein Ego bewahren kann und brav zurück in die Zivilisation gehen, seine Reputation retten.

Und noch immer hadert der alte Herr mit seinem Schicksal. Doch er findet Aufzeichnungen, die seine Meinung ändern und er seiner eigen Pläne Herr werden möchte. Diese Charakterwandlung ist für den durchschnittlichen Kinogänger sicher nichts neues, etwas lauwarm und vorhersehbar. Und es kommt zu spät, um den Film wieder in Schwung zu bringen.

Die minutenlange Vorstellung seines Lebens und der etwas zu offensichtliche Versuch, eine traurige Story zu erzählen, ziehen diesen Film herunter. Glanzpunkte sind ganz klar die Tiere und der Pfadfinder, welche wirklich überzeugend dargestellt sind. Der alte Mann hingegen ist nicht wirklich polarisierend: So richtig traurig ist er nicht, aber so richtig glücklich auch nicht. Er wirkt als Charakter etwas flach. Sein Gegenspieler hingegen kann etwas mehr überzeugen.

Check 23.07.2009
IMDB: 8.8
RottenTomatoes: 97%

Meine Meinung: 66% (quasi ohne 3D Brille, mit 3D 74%)

Freie Musik mit freier Software

Na schau mal an. Ein spanisch sprechende Band aus Argentinien hat ein komplettes Album aufgenommen und unter die GNU FDL gestellt.

Das tolle: Die komplette CD wurde mit freier Software komponiert und gemastert!
  

All the music was recorded with the Musix GNU/Linux free software, using Ardour, Rosegarden, Hydrogen, ZynAddSubFX, Hexter, Audacity, Qsynth and many other incredible programs.

Ist das nicht klasse? Da nutzt jemand das Internet, um sich die Software zu besorgen, die er zum kompletten Erstellen einer CD braucht. All das ist frei verfügbar und die Musik wird ebenso unter eine freie Lizenz gestellt.

Für die, die noch nichts von GNU FDL gehört haben (Zitat aus Wikipedia):

Wenn ein Urheber oder Copyrightinhaber (Lizenzgeber) ein Werk unter diese Lizenz stellt, bietet er damit jedermann weitgehende Nutzungsrechte an diesem Werk an: Die Lizenz gestattet die Vervielfältigung, Verbreitung und Veränderung des Werkes, auch zu kommerziellen Zwecken. Im Gegenzug verpflichtet sich der Lizenznehmer zur Einhaltung der Lizenzbedingungen. Diese sehen unter anderem die Pflicht zur Nennung des Autors oder der Autoren vor und verpflichten den Lizenznehmer dazu, abgeleitete Werke unter dieselbe Lizenz zu stellen (Copyleft-Prinzip). Wer sich nicht an die Lizenzbedingungen hält, verliert damit automatisch die durch die Lizenz eingeräumten Rechte.

Und das allerbeste: Die Musik ist richtig gut! Professionelles Niveau, dass sich vor nichts verstecken muss!

Und hier findet sich das ganze Album. Wow!

Linux Multimedia Studio Tutorial

Nachdem ich Ubuntu Studio und all seine Software entdeckt habe, habe ich mir LMMS (Linux Multimedia Studio) 0.4.4 mal genauer angesehen. In diesem Blogeintrag zeig’ ich mal, wie man einfache elektronische Musik mit dem Programm machen kann. Achtung: Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden am Computer oder am Soundequipment. Das Tutorial wurde nach bestem Wissen erstellt.

Orientierungsarbeit

LMMS sollte in den Ubuntu Repositories vorhanden sein. Bei Ubuntu Studio ist es gleich dabei, wenngleich auch nicht in der neuesten Version. Falls du dich damit auskennst, solltest du die neueste Version herunterladen und neu kompilieren.

Blickfest

Die Oberfläche macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Wenn man LMMS startet, wird als erstes immer ein leerer Song angezeigt. Auf der linken Seite findet sich eine Menüleiste mit neuen Instrumenten, Samples und Zugriff auf die Festplatte. Das hat einen Vorteil: Man hat alles in einer Hand. In der Menüleiste oben befinden sich die üblichen Elemente plus ein paar Buttons, um die Editierfenster ein- und auszublenden. Und dann gibt es noch den eigentlichen Arbeitsbereich. Hier findet sich der Song Editor, das Beat+ Bassline – Fenster und der FX Mixer.

Lautlos

Um zu checken, ob überhaupt Sound erzeugt werden kann, klickst du zuerst im Song-Editor auf den Button Default preset. Es öffnet sich ein Fenster mit dem Triple Oscillator. Klicke nun mit der Maus unten auf das Keyboard oder nutze deine Tastatur, um einen Ton zu erzeugen. Falls nix zu hören ist, einfach in den Optionen (Edit – Settings – Audio Settings – Audio Interface) auf Alsa umstellen – oder auf einen anderen Eintrag. Und dann erneut probieren. Der Sound sollte dann funktionieren.

Strukturiert

Ok, nun wollen wir mal einen Mini-Song erstellen. Für die, die dieses Tutorial nicht durchspielen möchten, sondern nur lesen, habe ich die Tutorial-Datei hier hochgeladen. Um mal zu hören, was am Ende rauskommt, habe ich das Ergebnis mal aufgenommen:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Schließe das Triple Oscillator – Fenster.

Wir wollen nun die beiden Tracks Automation Track und Sample Track entfernen, diese sind kein Teil dieses Tutorials. Klicke dazu einfach auf das Werkzeugsymbol links neben dem Instrument. Dort gibt es den Befehl Remove this Track.

Nun klicke im Song-Editor einmal auf das graue Rechteck ganz links in der Zeile vom Triple Oscillator. Eine schwarze Box erscheint. Das wird unser Notenblock. Falls du sie an die falsche Stelle gesetzt hast, kannst du sie per Drag and Drop an die richtige Stelle ziehen. Oder per mittlerer Maustaste löschen. Nun: Doppelklick auf die schwarze Box.

Der Piano Roll-Editor öffnet sich. Nun füge per Linksklick ein paar Noten hinzu. Per Rechtsklick kannst du sie wieder löschen. Wenn du eine Note anklickst, kannst du sie hin und her schieben. Und um sie kürzer oder länger spielen zu lassen, kannst du sie an der rechten Seite größer oder kleiner ziehen. Die nächste Note, die du eingibst, wird immer so groß wie die letzte, die du eingegeben hast: Oben rechts im Fenster ist Last Note selektiert. Schau ruhig mal durch die Einstellungen der Kopfzeile.

Wenn du viele Noten eingibst, kannst du im Song-Editor – Fenster sehen, wie der schwarze Block größer wird. Beim Löschen der Noten dementsprechend kleiner. Ok, ausprobieren: Einfach mal in dem Piano Roll – Fenster auf Play klicken. Mein simpler Aufbau sieht so aus:

lmms-tut-1-bass
Simpler Bass-Aufbau.

Das Problem ist nur, dass bei den kurzen Noten ein Knacken zu hören ist. Aber das lässt sich einfach ändern: Einfach den Tripe Oscillator per Klick auf den Button Default preset noch einmal öffnen, dann Env/LFO auswählen und auf den Shape mit der Überschrift Envelope klicken. Der Shape wird nun grün und das Knacken ist weg.

Den Rest des Eintrages lesen »

Deutschland, von außen betrachtet

Einer meiner Hauptgründe zu reisen war, die Meinungen, Ideen und Vorurteile anderer zu Deutschland in Gesprächen herauszufinden und zu sehen, ob das was an meinem Bild an good ol’ Germany ändert.

Geändert hat sich vielleicht nicht viel, dafür sind mir einige Dinge bekannt geworden, die ich vorher nie mit Deutschland in Verbindung gebracht habe. Eine lose Sammlung.

Spielbar

Germanien ist einer der Vorreiter, was Spiele angeht. Stimmt auch, wenn man sich zum Beispiel Ravensburg als Beispiel nimmt. Brettspiele waren wohl schon immer relativ bekannt. Kanadier, US-Amerikaner oder Mexikaner kennen diese Gewohnheit nicht so sehr.

Damit kann man sich auch erklären, warum der Computerspielemarkt in Deutschland einer der weltweit größten ist – und das ob der Größe Deutschlands. Wir haben es einfach in uns :D

Leseratten

Auch interessant ist, das die Zeitschriftenstände in Deutschland in Supermärkten oder am Kiosk eine Fülle an allen möglichen Schriftgütern bieten. So haben wir Klatschblätter, Wissenschaftsmagazine, Rätselhefte, Nachrichtenblätter.

In Amerika herrschen die Klatschblätter. Gala at it’s best, würde ich fast sagen. Unglaublich, die wissenschaftlichen Magazine sind kaum vorhanden. Und wenn man denn eine spezielle Zeitschrift sucht, muss man in einen der hier stellenweise vorhandenen Läden gehen, die nur Zeitschrifte verkaufen. Speziell bedeutet übrigens alles, was nicht Klatsch und Tratsch ist. Puuha.

Auffällig auch, das die Comickultur eine völlig andere ist. Marvel, DC und wie sie nicht noch alle heißen, halten hier Vorrang. Kommt Walt Disney nicht aus den Staaten? Schade für mich als alter Fan: Keine Formate at all so wie das Lustige Taschenbuch oder diverse andere Formate. Eigentlich gibts hier gar keine Comics in den Läden. Wieder nur in speziellen Kiosken zu finden. Und dann nur schicke Ladies in Lederkostümen und starke Machomänner, die die Welt retten. Klar, das soll auch seinen Platz haben – aber wo sind Kater Karlo und Co?

Und warum ist das Time Magazine eigentlich so verdammt dünn?

Trinkfest

Das darf natürlich nicht vergessen werden – unser Bier! In Kanada gibt es zwar auch Mikrobrauereien, aber das Ergebnis der Produktion ist meist gewöhnungsbedürftig. Außerdem darf man in Amerika (damit meine ich den nördlichen Kontinent!) sein Bier nicht auf der Straße trinken und in Kanada kann man es auch nur in sogenannten Liquor Stores kaufen. Mitsamt einer saftigen Steuer, versteht sich. Unglaublich, wie viel Freiheit wir dagegen haben.

Geschmacksfrage

Weißbrot oder Bagel gefällig? Wie belieben, Schwarzbrot? Was soll daran Schwarz sein? Oder Graubrot? Nein, so etwas führen wir nicht. Aber sie können gerne unser leckeres Weißbrot nehmen. Brötchen? Nee, aber Baguette haben wir hier. Was schauen sie denn so bedröppelt?

Monetärmechanismen

Der Scheck herrscht in Kanada noch immer vor, ebenso in den Staaten und Mexiko. Fragt man hier nach Überweisung oder Giro, wird man entweder schief angeschaut oder muss dazu bezahlen. Mir ist nicht ganz klar, was der Vorteil des Scheck-Systems ist – aber vielleicht ist es wie mit so vielen Sachen, historisch gewachsen.

Zugabe

Über Energiesparhäuser, Recycling und Umweltbewusstsein möchte ich gar nicht erst schreiben, steckt es hierzulande doch noch in den Kinderschuhen oder es wird versucht, als “in” zu verkaufen. Interessant, wie unterschiedlich Deutschland inzwischen zu meinem vorherigen Bilde erscheint. Klar, ich bin jetzt schon eine ganze Ecke on the road und werde wahrscheinlich meine Momente haben, wenn ich zurück bin (Ach ja, na, DAS war aber besser in Amerika). Eine Sache würde mir jetzt schon einfallen: Synchronisation. So schön und angenehm das auch ist, wir sollten mehr kultivieren, Filme im Original zu schauen.

Aber darum geht’s ja auch beim reisen, nicht wahr? Eine andere Perspektive sehen.

Also, schaun ‘mer ma.

Bild von Awaya-legends

Love the music!

Vor kurzem habe ich über das meistverwendete Sample aller Zeiten geschrieben. Ob das so stimmt und überhaupt, kann ich nicht beweisen.

Was ich aber kann, ist euch einen Samplejunkie zu zeigen. Sein Name ist DJ Funktuall und er hat seine Show Top 10 Samples in Hiphop History auf YouTube relativ bekannt werden lassen. Soweit ich weiß, ist er in New York jetzt sogar im TV zu sehen. Nice!

Er findet alle möglichen Samples in Hiphop- oder Rockmusik und zeigt uns die Originale. In jeder Folge stellt er 10 Lieder vor und es ist erstaunlich, wie viele man davon kennt und wie viel Soul verwendet wird! Er selber geht völlig in seiner Musik auf, das kann man ohne Probleme sehen. Love for the music!

Aber Lieder sagen mehr als tausend Worte:

Waltz with Bashir Review (Walzer mit Bashir Kritik)

Dieser Film hat nicht nur mehr oder minder vier Dutzend Preise gewonnen, er steht auch auf einigen Top 10 – Listen für das Jahr 2008. Das Kritiker so einstimmig Lobgesänge auf einen Film abgeben, geschieht nicht all zu oft – zumal es eigentlich eine autobiografische Dokumentation ist. Und Dokumentationen spalten die Kritiker bekanntlich gerne in mehrere Lager.

Was passiert?

Ein israelischer Regisseur findet sich wieder in einer Reise in seine Vergangenheit, bei der er wiederkehrende Visionen hat. Die kann er sich nicht erklären und macht sich auf die Suche. Er ist sich sicher, dass es eine Verbindung zwischen diesen Bildern und der Invasion in den 80er Jahren in den Libanon gibt. Doch um seine verdrängte Erinnerung wiederherzustellen, muss er seine alten Kameraden wiederfinden und das Puzzle zusammensetzen.

Wie sieht’s aus?

Bis auf ein kurzes Stück am Ende wird der komplette Film mit Flash-Technologie animiert. Die Gesichter und andere Animationsobjekte setzen sich aus vielen Slices zusammen, die getrennt von einander bewegt werden können. So entsteht der Eindruck einer dreidimensionalen Bewegung – auch wenn das ganze zuweilen zu flach aussieht.

Trotzdem werden die Landschaften beeindruckend dargestellt, die Figuren sind lebhaft und glaubwürdig. Die Szene mit den Hunden am Anfang des Films bringt den Film auf Geschwindigkeit – und hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer. Auch der Walzer des Soldaten ist so verrückt-absurd, das es schon wieder faszinierend ist.

Der Soundtrack, nicht so subtil eingewebt wie in Hollywood-Produktionen, sondern laut und präsent, unterstreicht den Film nicht nur, nein, er trägt ihn mit. Und zeigt die Spannung des Filmes in einzelnen Szenen sehr gut.

Wie wird’s erzählt?

Der Protagonist, Ari Folman, ist auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Somit gibt es Gespräche und Erinnerungsfragmente, die den Krieg an sich an den Pranger stellt – wenngleich auch mit leisen Tönen durch den Film – und die Juvenalität der Soldaten zeigt. Unerfahren und völlig unvorbereitet wurden sie in einer Maschinerie verwendet, die keinen Platz für Humanität ließ. Der Film wechselt zwischen den Gesprächen – reale Aufnahmen, die danach animiert wurden – den Bildern zu den Erzählungen und den Flashbacks fließend. Und beim geschickt eingeworbenen deutschen Porno “Der Klempner kommt” musste ich schon ein wenig schmunzeln.

Das aber mal beiseite genommen – ich finde, den Film sollte jeder einmal gesehen haben, erzählt er doch schließlich ein wichtiges Stück Geschichte im nahen Osten.

Ein einzigartiger Beweis, was mit guten Ideen und dem finanziellen Zusammenschluss mehrerer Länder (Frankreich: arte france, Deutschland: Medienboard Berlin-Brandenburg; Israel: Israel Film Fund, etc) entstehen kann. Ein Film, der sicher in Erinnerung bleiben wird – aufgrund seiner Bilder oder aufgrund der Geschichte, die er porträtiert. Wer sich noch etwas umfangreicher informieren möchte, kann dies bei sneakfilm.de in einem sehr umfassenden Review machen.

Check 23.06.2009:
IMDB: 8.1
RottenTomatoes: 97% (!)

Meine Meinung: 89%

Musik mit Linux

Im Freeware-Bereich gibt es zu allen möglichen Programmen Alternativen mit unterschiedlichen Ausreifungsgraden. Games, Anwendungs-, Render- und Zeichenprogramme sind inzwischen sehr ernst zu nehmen. Gibt es da eigentlich auch was für Musiker?

Dazu habe ich verschiedene Programme, die für Linux verfügbar sind, ausprobiert. Meine Erfahrungen und Empfehlungen könnt ihr in diesem Eintrag nachlesen.

Musikmaschine

Als Betriebssystem nutze ich Ubuntu, besser gesagt, Ubuntu Studio. Dieses Ubuntu-Derivat ist schon prall gefüllt mit Video-, Audio- und Grafiksoftware. Wer Ubuntu schon installiert hat, kann seine Installation mit diesen Befehlen ganz einfach zu einer Ubuntu Studio – Installation umwandeln. Aber Vorsicht: Ich übernehme keine Garantie, dass das problemlos funktioniert. Jeder probiert auf eigene Gefahr!

Und dann, nach ein wenig Downloadzeit und Installation der Packages, kann man sich ein Bild des Systems machen. Standardmäßig wird der Realtime-Kernel mitinstalliert und die Latenzzeiten des Systems sind damit richtig gut. Der einzige Nachteil ist, dass eine bestimmte Einstellung noch nicht vorgenommen wurden, die der Audio-Gruppe Realtime-Zugriff ermöglicht. Doch mit diesen Instruktionen lässt sich auch das einstellen. Jetzt muss der eigene Benutzer nur noch der Audio-Gruppe hinzugefügt werden und los gehts!

Melodiegefahr

Um Musik zu machen, benötigt man eigentlich nur ein paar Komponenten:

  • Sequencer – Der spielt die Noten ab
  • Synthesizer – Kann man coole Sounds mit machen

Eigentlich.

Da man aber auch das Gesamtergebnis abmischen möchte, Effekte hinzufügen und Audio aufnehmen, bleibt es nicht ganz bei diesem Aufbau.

Sequencer

Frei verfügbare, leistungsfähige Sequencer sind zum Beispiel Rosegarden, Muse oder seq24. Das Prinzip ist immer das gleiche: Man schließt virtuell Geräte an und die Software sagt den Geräten, wann welche Note gespielt werden soll.

Audiogeräte

Hier gibt es Synthesizer wie den ZynAddSubFx, der inzwischen schon in andere Programme als Plugin eingebaut wird. Um SoundFonts zu nutzen, nimmt man sich QSynth und bindet die Font dort ein. SoundFonts sind eine Bibliothek von Tönen, um zum Beispiel ein Klavier oder eine Trompete möglichst realistisch erscheinen zu lassen. Es wird nicht jeder Ton aufgenommen, aber in Abständen jeweils ein neuer, um neue Töne nicht einfach durch pitchen zu verändern.

Um eine effektive Drumline zu erstellen, bietet sich Hydrogen an. Hydrogen lässt sich per Jack (siehe weiter unten) in die Umgebung einbinden und wird separat editiert. Der Vorteil: Es gibt frei verfügbare, gut klingende Drumsets. Außerdem lassen sich Effekte wie Humanisierung nutzen: Die Noten werden nicht ganz genau auf den Punkt gespielt, sondern immer etwas “daneben”. Auch hier lassen sich die Instrumente auf LADSPA-Effekte hängen.

Effekte

Um nun Echo, Delays oder andere Effekte zu nutzen, kann man entweder VST-Plugins umständlich über wine-Emulation zum laufen bekommen oder einfach die frei verfügbaren LADSPA-Plugins nutzen. Auch hier gibt es wieder eine aktive Community.

Kopplung

Da haben wir nun also einen Sequencer, einen Synthesizer und Effekte. Doch wie wird das denn alles miteinander verbunden?

Dazu gibt es Jack. Jack ist ein realtime, low-latency audio management system. Faszinierend: Egal, in welcher Anwendung man Play drückt, alle anderen werden gleich mitgestartet. Somit würde ein testweiser Aufbau etwa so aussehen:

Man starte erst Jack und klicke auf Start, um den jackd-Server zu starten. Dann Muse öffnen und ZynAddSubFx. Jack sollte die Programme automatisch erkennen und verbinden (Button Connections). Dann in Muse-Menü Settings – Midi Ports / Soft Synth unter Device Name den ZynAddSubFx auswählen. Das ganze wieder schließen. Rechtsklick im weißen Bereich, Add Midi Track anklicken. Nun ein paar Noten in den Sequencer malen – oder wer ein MIDI-Keyboard hat, aufnehmen – und abspielen. Wer den Sound verändern möchte, kann das im Synthesizer tun: Einfach auf das leere Feld neben Enabled klicken (nachdem man per Misc – Switch User Interface Mode auf die Advanced-Sicht umgestellt hat) und ein neues Instrument auswählen.

Nicht vergessen: Da es zwei unterschiedliche Programme sind, muss man auch in beiden abspeichern und bei einer neuen Session laden. Da macht es Sinn, die Dateien im gleichen Ordner mit dem gleichen Dateinamen abzuspeichern – die Dateiendung ist schließlich unterschiedlich.

Schlagzeug und Drums lassen sich nun mit Hydrogen hinzufügen. Das Programm wird gestartet und auf Jack als Audio-Server umgestellt. Dann muss eventuell neu gestartet werden und es können Drums hinzugefügt werden.

Wenn man nun Effekte hinzufügen möchte, kann man dazu Jack Rack nutzen. Die Audioausgabe muss nur per Jack umgeleitet werden in den Jack Rack. Leider kann man so nur ein Programm mit einem Effekt verbinden – nicht Midi-Bank für Midi-Bank. Außerdem muss man dann in allen offenen Programmen alle Einstellungen abspeichern und bei jeder Session wieder neu öffnen. Man kann bestimmt gute Ergebnisse mit diesem Aufbau erzielen – aber irgendwie war mir dieses spezielle Szenario doch zu unflexibel. Eine andere Lösung musste her.

Digital Audio Workstation

Da kommen dann leistungsfähige Programme wie Ardour (eine frei verfügbare Digitale Audio Workstation – DAW) ins Spiel. Ardour ist kein Sequencer, sondern quasi eine Mischplattform für aufgenommene Audiospuren. Auch hier kann man die berühmten LADSPA – Plugins nutzen. Da ich mich aber mit Audioaufnahmen noch nicht beschäftigt habe, kann ich zu Ardour nichts sagen.

Und dann gibt es noch das Komplettpaket Linux Multimedia Studio.

Multimediale Power

Das Linux Multimedia Studio, kurz LMMS, bietet eine Fülle an Funktionen. Das Programm ist quasi Mix aus Sequencer, Synthesizern, DAW, LADSPA-Plugins und anderen Instrumenten. Wer mal Musik mit FruityLoops oder Reason gemacht hat, wird sich hier ziemlich schnell zurecht finden. Hier und da funktionieren Dinge noch nicht und manchmal stürzt es ab (oft speichern), aber es macht einen sehr vielversprechenden Eindruck auf mich. Damit habe ich dann erst einmal ein wenig experimentiert. Ein weiterführender Eintrag wird dazu noch folgen.

Jupp, und da kommt sogar was bei raus:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Audiophil

Linux wird somit auch im Audioumfeld immer stärker. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es eine unüberschaubare Fülle an Programmen gibt. Aber ebensowenig sollte man vergessen, das viele dieser Programme inzwischen handfest lauffähig sind und zur Produktion genutzt werden.